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Bewährter Verkehrskreisel beim Hilton soll einer Lichtsignalanlage
weichen
Gemäss kantonalem Gesamtverkehrskonzept sollen neue Verkehrsbedürfnisse
insgesamt nicht zu einer überproportionalen Vermehrung des motorisierten
Individualverkehrs führen. In den Zentrumsregionen soll mit öffentlichen
Verkehrsmitteln das Verkehrswachstum aufgefangen werden. Das ist grundsätzlich
zu befürworten. Der lokale Individualverkehr wird jedoch parallel zur
Entwicklung in der Region weiter zunehmen. Der Kanton beabsichtigt nun,
mittels technischer Hilfsmittel den Regionalverkehr auch in Opfikon-Glattbrugg
zu beeinflussen. Keine Verkehrskreisel mehr auf Kantonsstrassen. So will
es der Kanton. Die Auswirkungen dürften für die Entwicklung unserer Stadt
negativ sein.
Bedeutung der Region Glattal
Die Region Glattal ist die viertgrösste Wohnregion des Kantons Zürich.
Aufgrund der aktuellen Bevölkerungsprognose für die Jahre 2015 und 2025,
welche gemeinsam durch das Statistische Amt und das Amt für Raumordnung
und Vermessung erstellt worden ist, kann davon ausgegangen werden, dass
das Glattal diesen Rang auch in Zukunft behalten wird. Die Region hat
aber für den Kanton Zürich und sogar die ganze Schweiz v.a. aufgrund der
Bedeutung als Arbeitsplatzstandort einen grossen Stellenwert. Unsicherheiten
um die Entwicklung des Flughafens als Verkehrsdrehscheibe und als Arbeitgeber
dürften diesen Trend allenfalls verzögern oder abschwächen, nicht aber
umkehren. Das Hauptgewicht der Wohnflächen- und Arbeitsplatzentwicklung
in absoluten Zahlen liegt vor allem in der Stadt Opfikon-Glattbrugg.
Städte umfahren - Siedlungsgebiete entlasten
Zwischen dem Kanton Zürich und den Gemeinden besteht eine Aufgabenteilung
im Verkehr. Dies gilt vor allem für die Agglomerationsräume. Mit dem Konzept
der Umfahrungsringe will der Kanton die Siedlungsschwerpunkte durch Bündelung
der Verkehrsströme vom Durchgangsverkehr entlasten.
Entwicklung setzt Moblität voraus
Alle haben einen berechtigten Anspruch auf Mobilität. Zu diesem Zweck
sind die verschiedenen Verkehrsmittel sinnvoll zu kombinieren. Umfahrungsringe
- Öffentlicher Verkehr - Individual- und Lokalverkehr. Für Opfikon-Glattbrugg
sind im kantonalen Verkehrskonzept bereits Umfahrungmöglichkeiten vorgesehen
mit der neuen Flughofstrasse Rümlang / Opfikon / Kloten sowie dem Ausbau
Thurgauerstrasse / Schaffhauserstrasse im Bereich Oberhauserriet. Mit
dem heutigen System des öffentlichen Verkehrs und der kurz vor Baubeginn
stehenden Glattalbahn wird in weiten Teilen des nördlichen Glattals eine
sehr gute Erschliessungsqualität gewährleistet. Bleibt noch der motorisierte
Individualverkehr. Zahlreiche Untersuchungen der heutigen und künftigen
Situation belegen, dass dieser weiterhin zunehmen wird. Für eine Boomregion
ist das auch legitim. Die Industrie und das Gewerbe wächst mehr oder weniger
im Gleichschritt mit. Der Kanton will dem entgegenwirken, indem er die
Durchgangsstrassen in den Gemeinden für den Verkehr so unattraktiv wie
möglich gestaltet. Der Individualverkehr wird damit abgewürgt. Gleichzeitig
leidet aber auch der Lokalverkehr. Die einhergehenden negativen Auswirkungen
für das Glattal dürfen nicht unterschätzt werden.
Was der Kanton für "Verkehrsberuhigungsmassnahmen" geplant hat, soll
am nachfolgenden Beispiel wie es für Opfikon-Glattbrugg vorgesehen ist,
illustriert werden:
Lichtsignalanlagen mit Verkehrssteuerung, anstelle Verkehrskreisel
Der Kreisel beim Hotel Hilton, d.h. bei der Autobahnein- und ausfahrt
soll durch eine Lichtsignalanlage mit Rampenbewirtschaftung ersetzt werden.
Anders formuliert bedeutet das nichts anderes, als dass bei der mit Kameras
überwachten Kreuzung manuell von einer Zentrale aus eingegriffen werden
kann. Die Grün- und Rotphasen können also dezentral, je nach Verkehrsaufkommen
geregelt werden. Falls die Autobahn überlastet ist, wird zum Beispiel.
der "Tropfenzähler" eingeschaltet. Nur noch vereinzelt werden Fahrzeuge
durch die Verkehrsbeeinflussungssteuerung zur Autobahn zugelassen bzw.
die Ausfahrt Richtung Glattbrugg/Kloten gestattet. Damit werden bewusst
künstliche Staus verursacht, um den Individualverkehr abzuhalten, weiterhin
diese Route zu wählen. Verkehrsstaus, vor allem auf der Autobahn sind
zudem sehr gefährlich. Auffahrtsunfälle sind vorprogrammiert. Fahrzeugkolonnen
auf der Schaffhauserstrasse in Richtung Kloten und Seebach dürften zum
Alltag gehören und den Lokalverkehr in Opfikon-Glattbrugg zum erliegen
bringen. Die Folgen wären enorme negative Auswirkungen auf unsere Industrie,
das Gewerbe und den Tourismus und damit auf die wirtschaftliche Entwicklung
unserer Stadt. Dabei gäbe es eine bewährte Lösung des Verkehrsproblems.
Das Problem an sich ist ja nicht neu. In ganz Europa kennt man Pendlerverkehr
verbunden mit lokalen Staus. Die Lösung fand man vor vielen Jahren in
verschiedenen Ländern Europas im Verkehrskreisel. In England, Frankreich,
Deutschland etc. werden laufend Kreuzungen mit Lichtampeln, in Verkehrskreisel
umgebaut.
Der Verkehrskreisel hat viele Vorteile
Die Vorteile einer solchen Regelung liegen auf der Hand. Geringere Schadstoffbelastung
der Luft, verminderte Unfallgefahr, besserer Verkehrsfluss, weniger Verkehrslärm,
reduzierte Geschwindigkeiten und eine höhere Fussgängerfreundlichkeit.
In Holland und Frankreich gehören Verkehrskreisel zum alltäglichen Strassenbild.
Etwa Anfang der 90-er Jahre kam es zu einer Wiedergeburt der Kreisverkehre
auch in Deutschland. Ausschlaggebend waren die guten Erfahrungen in England
mit kleinen Verkehrskreiseln. In Deutschland wurden darauf viele Kreuzungen
umgerüstet.
Verkehrskreisel sind leistungsfähiger als Kreuzungen oder Einmündungen
mit Vorfahrtregelung. Sie können bei Belastungen bis etwa 20'000 Fahrzeugen/Tag
auch zu den Spitzenzeiten eine bessere Verkehrsqualität gewährleisten
als Kreuzungen mit Lichtsignalanlagen. Bis zu einem Verkehrsaufkommen
von 30'000 Fahrzeugen/Tag gilt der Kreisel als sichere Einrichtung. Kreisel
organisieren sich nämlich selbst und ganz offensichtlich tun sie das an
vielen Stellen besser und billiger als Ampeln.
Durch die gleichmässige Fahrweise sowie die seltenen Haltevorgänge im
Kfz-Verkehr treten insbesondere ausserhalb der Hauptverkehrszeiten niedrigere
Lärm- und Schadstoffemissionen als an Kreuzungen mit Lichtsignalanlagen
auf.
Bei geringen und mittleren Verkehrsbelastungen treten für Fahrzeuge nur
kurze oder gar keine Wartezeiten auf.
An Verkehrskreiseln können erhebliche geschwindigkeitsdämpfende Wirkungen
im Kfz-Verkehr erreicht werden, die im begrenztem Masse bis in die anschliessenden
Streckenabschnitte hineinreichen. Kein lästiges Bremsen oder Durchrasen
bei gelb-rot.
Mit Verkehrskreiseln lässt sich oft eine höhere städtebauliche Qualität
erreichen als mit herkömmlichen Kreuzungen.
Ein Verkehrskreisel mit Betonbelag anstelle Asphaltbelag hält locker
30 bis 40 Jahre. Wird schnell härtender Beton verwendet, ist der Kreisel
nach 48 Stunden befahrbar.
Der öffentliche Verkehr wird nicht mehr durch Staus aufgehalten. Der
Kfz-Verkehr rollt flüssig, die Busbeschleunigung ist wesentlich höher.
Verkehrskreisel bieten hervorragende Möglichkeiten, den Übergang von
"draussen nach drinnen" zu markieren, um quasi als Eingangstor in die
Stadt zu wirken.
Die Aufzählung ist nicht abschliessend. Studien und Untersuchungen in
diversen Ländern bestätigen, dass die Vorteile von Verkehrskreiseln vor
allem in Wachstumsregionen deutlich überwiegen.
Unsere Meinung:
Die Zahl der Arbeitsplätze im mittleren Glattal hat sich seit 1985 von
53'000 auf 100'000 nahezu verdoppelt. Im Jahr 2025 wird es zwischen 220'000
und 265'000 Stellen geben. Die Zahl der Einwohner wird dannzumal auf 150'000
bis 160'000 geschätzt. Diese Zahlen zeigen auf, dass ein Grossteil des
Individualverkehrs auf den öffentlichen Verkehr, zum Beispiel die Glattalbahn
umsteigen muss. Doch sollte dieser Umstieg mit motivierenden Mitteln schmackhaft
gemacht werden und nicht mit Repressalien wie künstlicher Stauverursachung.
Eine gewisse Quote Individualverkehr bleibt immer bestehen und muss es
zur Aufrechterhaltung logistischer Abläufe auch geben. Das gleiche gilt
für den Lokalverkehr der Einwohner der Stadt. Es kann nicht sein, dass
ein Einwohner oder Industrieller bzw. Kleinunternehmer von Opfikon-Glattbrugg,
seine Warentransport- oder Geschäftsfahrt nach Kloten nur wegen dem "Tropfenzähler"
des Kantons mit 45 Minuten Fahrzeit kalkulieren muss. Wenn die Arbeitnehmer
im Stau stehen, sinkt die Produktivität und damit auch die Standortattraktivität
des Glattals. Es bleibt zu hoffen, dass der Kanton doch noch Einsicht
zeigt und den rund 4 Jahre alten provisorischen Verkehrskreisel für definitiv
erklärt. Ergänzend dazu müsste von der Logik her auch im Zentrum beim
Migros/COOP ein Verkehrskreisel die bisherige Lichtsignalanlage ablösen.
Wir sind überzeugt, dass die heutigen, täglichen Staus auf der Schaffhauserstrasse
Vergangenheit wären. H.S., Pressechef
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